Auf der Suche nach dem Leben

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Zur Ostermette um 5 Uhr kamen viele Gläubige in die Pfarrkirche St. Kilian Haßfurt, um die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus zu feiern. Den Gottesdienst zelebrierte Pfarrer Stephan Eschenbacher im Beisein einer großen Ministrantenschar.

Nach dem Segnen des Osterfeuers auf dem Marktplatz und dem Entzünden der Osterkerze am Feuer folgte der feierliche Einzug mit dem „Lumen Christi“. Die Lesungen erzählten von der Geschichte Gottes mit seinem Volk, angefangen von der Schöpfung, dem Auszug aus Ägypten und aus der Zeit des Exils, wo Gott seinen Bund neu bekräftigt: „Dann werdet ihr in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gab. Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein“ (Ez 36, 16-28). Das Evangelium nach Mt 28, 1-10 berichtet vom Engel, der den beiden Frauen erschien und ihnen die Auferstehung verkündete: „Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“

In der Predigt deutete Pfarrer Eschenbacher den alten Brauch der Ostereiersuche. Auf der Suche nach dem Ei sind wir auf der Suche nach dem Leben, denn das Ei steht als Symbol für das Leben. Die beiden Frauen im Evangelium besuchen das Grab Jesu. „Der Stein, den das Grab verschließt, steht vielleicht für so manche Hartherzigkeit, Sturheit oder Kälte, die wir manchmal gegenüber anderen ausstrahlen“, erklärte Pfarrer Eschenbacher. Das Grab könne aber auch für so manche Träume und Sehnsüchte in uns stehen, die verschüttet sind. Nur die Betrachtung helfe hier weiter: „Wir müssen uns unseren eigenen Gräbern in uns stellen; wir müssen das anschauen, was bei uns Leben verhindert“. Wenn wir den Mut aufbringen, dann wartet auf uns auch eine Überraschung, wie bei den beiden Frauen im Evangelium. Sie begegnen am Grab Jesu nicht dem Tod, sondern dem Leben: Er ist auferstanden. Jesus will das wahre Leben für uns auch schon jetzt im Hier und Heute, „dass unsere Gräber in uns leer werden“, versicherte Pfarrer Eschenbacher. Auf den Ostereiern werden auch manchmal christliche Symbole oder der Auferstandene selbst abgebildet. In diesem Sinne wünschte er den Gläubigen eine frohe Ostereiersuche.

Der Gottesdienst wurde von der Schola des Chor St. Kilian und einem Trompeter musikalisch mitgestaltet.

Gegen 7 Uhr machten sich die Gottesdienstbesucher auf den Weg zu den evangelischen Mitchristen zum gemeinsamen Osterfrühstück.

 

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