Gottesdienst an Mariä Himmelfahrt

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Jean Burger

In der vollbesetzten Klosterkirche in Maria Burghausen fand am 15. August der Festgottesdienst der Pfarrei St. Kilian Haßfurt zu Mariä Himmelfahrt statt. Pfarrer Eschenbacher führte in seiner Predigt aus, dass viele Menschen Sehnsucht nach einer heilen Welt hätten. Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel würde die Christen daran erinnern, dass ihnen seit ihrer Taufe diese heile Welt versprochen ist – das Paradies. „Die Aufnahme in den Himmel“, so Eschenbacher, „ist kein Exklusivrecht für Maria, sondern wir alle sind durch die Taufe zu Königinnen und Königen des Himmels geworden.“ Dies macht die Chrisamsalbung bei der Taufe, das alte Ritual der Königssalbung, deutlich. Das Fest Mariä Himmelfahrt beinhalte diesen „Zuspruch“ zugleich aber auch einen „Anspruch“. Der „Zuspruch“ Gottes an diesem Fest heißt: Dir ist der Himmel zugesagt. Der „Anspruch“ lautet: Mit Blick auf die himmlische Herrlichkeit nach dieser Zeit, haben wir Christen die Pflicht, in dieser Zeit, also schon hier auf Erden, den Himmel Wirklichkeit werden zu lassen, d.h. Gott Raum zu geben und uns für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen, so wie es auch Maria in ihrem Protestlied, dem Magnifikat singt: „Meine Seele preist die Größe des Herrn… . Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen, die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.“ Nach der Predigt segnete Pfarrer Eschenbacher die Kräuterbüschel, die von der Kolpingsfamilie gebunden wurden. Sie drücken zunächst unseren Dank für die Schöpfung und ihre Heilkraft aus. Gleichzeitig erinnern sie uns Christen daran, dass gegen den Tod ein Kraut gewachsen ist – unser Glaube.

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