„Ich sehe dich in tausend Bildern“ – Fränkisches Mariensingen in der Ritterkapelle

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Albin Schorn

Über 200 Besucher des Fränkischen Mariensingens der Arbeitsgemeinschaft „Fränkische Volksmusik“ erlebten in der Wallfahrtskirche einen Abend, der einlud zum intensiven Zuhören und zum Mitsingen altfränkischer Weisen von Marienliedern. Günther Huschka als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Volksmusik Unterfranken und Johannes Eirich, beide Initiatoren eines stimmigen Programms, konnten als Mitwirkende begrüßen: Die Hofheimer Sänger, die Konicher Maala – Kronacher Mädchen -, die Haßfurter Stubenmusik aus Prappach, die Stadtkapelle Haßfurt und den Chor St. Kilian gleichfalls aus Haßfurt.

Dazu hatte Stadtpfarrer Stephan Eschenbacher in seinen Betrachtungen klassische Texte der Weltliteratur ausgewählt. Sie brachten zum Ausdruck, warum die Gottesmutter zahlreichen Menschen so viel bedeutet. So spricht zum Beispiel Gretchen zu Maria in Faust I, wenn sie sinnbildlich auf den Scherbenhaufen ihres schmerzvollen Lebens zurückblickt: „… Hilf! Rette mich von Schmach und Tod! Ach neige, du Schmerzenreiche, dein Antlitz gnädig meiner Not!“ Stellvertretend für ein inniges Verhältnis zur Mutter Gottes trug der Seelsorger einen Text von Novalis vor, der für die große Hoffnung unseres Glaubens steht: „Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt. Doch keins von allen kann dich schildern, wie meine Seele dich erblickt.“ Schließlich stellte Eschenbacher in seinen Überlegungen noch das Gedicht eines modernen Autors vor: Andreas Knapp, Jahrgang 1958, einen Arbeiterpriester in Leipzig.

Zusammen mit den vorgetragenen Instrumental- und Gesangsstücken wurde das Mariensingen gleichzeitig zu einer Andacht. Nicht nur die Mitwirkenden, sondern auch die Besucher, bezeichneten die inhaltliche Gestaltung rundum sehr gelungen. Einen besonderen Akzent setzten die Bläser der Stadtkapelle Haßfurt durch einen getragenen und einfühlsamen Vortrag von zwei Märschen. Nach herzlichen Dankesworten an alle Mitwirkenden und den Besuchern beendete der Stadtpfarrer mit einem Segensgebet die beeindruckende Feier.

(Text: Albin Schorn)

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