Texte zum Entzünden der Kerzen am Adventskranz

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Image: Martin Maingatterer; in: Pfarrbriefservice.de

Am Adventskranz neu sehen lernen

Beim Anzünden der ersten Kerze

Eine Kerze entzünden bedeutet: Ich sehe etwas! Es ist nicht mehr dunkel. Ihr Licht lässt mich an den Schöpfungsmorgen denken. Gott sprach: Es werde Licht, und es wart Licht!

Gebet: Guter Gott, heute beginnt die erste Woche im Advent. An vielen Tagen gehen wir auf Weihnachten zu. Wir danken dir für jeden neuen Tag, den wir erleben. Besonders danken wir dir für all das Helle und Gute, was uns begegnet. Wir wollen in dieser Woche besonders darauf achten. Dazu segne und begleite uns. Amen!

Lied: GL 223,1: Wir sagen euch an den lieben Advent

Beim Anzünden der zweiten Kerze

Ich werde gesehen! Nicht alle Menschen laufen einfach an mir vorbei – wie in der U-Bahn oder beim Einkaufen. Es gibt Menschen, die sich freuen, wenn sie mich sehen. Sicher ist aber: Gott übersieht mich nicht!

Gebet: Guter Gott, dass du mich siehst, gibt mir Ansehen. Du verlierst mich nie aus den Augen. Und wenn ich mich selbst nicht leider kann, schaust du mich voll Liebe an. Lass dein Licht in unserer Dunkelheit leuchten und begleite uns alle in dieser zweiten Adventswoche. Amen.

Lied: GL 223,2

Beim Anzünden der dritten Kerze

Wir sehen einander! Beziehung, Gemeinschaft, Gemeinde wächst, wo und weil wir nicht nur uns selbst, sondern auch die anderen in den Blick nehmen. Heute ist der Sonntag „Gaudete“, der Sonntag der Freude. Wir dürfen uns freuen auf Weihnachten, auf das Kommen Gottes im Kind von Betlehem.

Gebet: Guter Gott, wir sind nicht allein auf der Welt. Viele gehören zu uns und machen unser Leben reich. Hilf uns, dass auch wir andere Menschen froh machen, und lass uns erkennen, wo wir in dieser Adventswoche gebraucht werden – in unserer Familie, in unserer Stadt, in der Gemeinde. Amen.

Lied: GL 223,3

Beim Anzünden der vierten Kerze

Die vierte Kerze ist doch eigentlich überflüssig, oder? So hell ist es schon, da brauchen wir kein weiteres Licht. Aber Gottes Licht ist über-flüssig, fließt über, überflutet alles Leben. Es dringt in alle Dunkelheiten unseres Lebens ein.

Gebet: Guter Gott, nur noch kurze Zeit trennt uns von dem großen Fest, mit dem wir das Kommen deines Sohnes feiern. Er ist zu uns gekommen, damit all unsere Dunkelheiten erhellt werden. Hilf uns, an allen Tagen des Lebens dein Licht in die Welt zu tragen. Segne und stärke uns, damir wir selber den Mut haben und anderen Mut machen, auf dich zu vertrauen. Amen.

Lied: GL 223,4

(Christina Brunner)

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verlags Bergmoser + Höller. Der Text ist zu finden in: Die Botschaft heute. Kontexte zu Liturgie und Predigt, Ausgabe 10-2020, Seite362