St. Johannes der Täufer Unterhohenried

257

Dass in einem Dorf zwei Kirchen verschiedener Konfessionen stehen, dafür ist die Ursache in einer ehemals konfessionell verschiedenen Ortsherrschaft zu finden. So auch in Unterhohenried.

Die Häuser Wettin und Hohenzollern und das Hochstift Würzburg übten hier ihre Herrschaft aus. Nach der Reformation erfolgte durch einen katholischen Grundherrn, nämlich die Echter von Mespelbrunn, die Rückkehr zum „alten Glauben“. Die Unterhohenrieder Kirche blieb, da sie auf sächsischem Grund stand, evangelisch. Den Katholiken von Unterhohenried und Sylbach diente fortan eine Kapelle, die zum Schloss gehörte, als gottesdienstlicher Raum.

Der aus Sylbach stammende Würzburger Domvikar Johann Georg Kießling vermachte der katholischen Pfarrei 1809 sein Vermögen für einen neuen Kirchenbau.

1813 begann der klassizistische Bau unter mancherlei Schwierigkeiten (Pfahlgründung wegen des weichen Untergrundes durch die vorbeifließende Nassach) und wurde 1817 beendet. Dem Rundbau ist eine Säulenhalle vorgelagert. Den Turm deckt eine Art barocke Zwiebelhaube. Das Kegeldach, mit einer Laterne bekrönt, erhellt durch einfallendes Licht den Kirchenraum wie auch die großen Fensteröffnungen mit Glasgemälden im Rund des Inneren. In den 80er Jahren erhielt das Gotteshaus bei einer Restaurierung seinen schlichten Charakter der Bauzeit, der Toskanazeit, zurück. Hatte doch der frühere Großherzog Ferdinand von der Toskana von 1806 – 14 das ehemalige Hochstift Würzburg regiert und maßgeblichen Einfluss auf diesen Kirchenbau ausgeübt.

TEILEN