Wochenimpuls 5: Weggemeinschaft

54
Auf dem Weg nach Emmaus, Gemälde von Lars Gallenius, 1684, Raahe Church - National Museum of Finland

Bibelstelle
Und siehe, am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Und es geschah, während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Doch ihre Augen waren gehalten, so dass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen und der eine von ihnen – er hieß Kleopas – antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Prophten gesagt haben. Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und den Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?
Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.
(Lk 24,13-35)

Auslegung
Hier können Sie eine Auslegung der Bibelstelle von Pfr. Stephan Eschenbacher hören. Sie können den gesamten Text aber auch am Ende dieser Seite als Schrifttext herunterladen.

Lied: Bleibe bei uns (GL 325)

Übertragung
Hier können Sie eine Übertragung der Bibelstelle von Diakon Manfred Griebel hören. Sie können den gesamten Text aber auch am Ende dieser Seite als Schrifttext herunterladen.

Nachdenkliches für die Woche
Sie sind eingeladen, sich in der kommenden Woche zu folgenden Fragen Gedanken zu machen. Wenn Sie möchten, können Sie auch ein Exerzitien-im-Alltag-Tagebuch führen:
– Wie sieht gerade mein Lebensweg aus? Wo auf dem Weg der Emmausjünger befinde ich mich gerade: Am Anfang bei der Traurigkeit, oder mitten am Weg in der Verwirrung, oder am Ende, bei der Freude, als den Jüngern die Augen aufgehen?
– Kann ich Jesus gegenwärtig auf meinem Lebensweg spüren und erfahren? Oder sehe ich ihn vielleicht nur nicht? Gibt es Phasen in meinem Leben, wo ich ihn erst im Nachhinein erkannt habe?
– Die Kirche macht im Moment beileibe keine gute Figur. Kann ich dennoch Spuren von IHM im kirchlichen Leben entdecken, so wie ich es wahrnehme – vielleicht vor Ort in Gruppen, Gruppierungen, im Gottesdienst, bei besonsderen Anlässen?
– „Brannte uns nicht das Herz“ – wofür im Glauben brennt beim Herz? Wovon im Glauben ist mein Herz so voll, dass ich davon erzählen möchte/muss?

Segen
Guter Gott, segne mich mit deinem Segen.

Segne mich,
mit deiner Weggemeinschaft
auf meinem Lebensweg.

Segne mich,
indem du mich tröstest,
wenn ich traurig bin.

Segne mich,
indem du mich an deine Wundertaten erinnerst,
wenn ich am Verzweifeln bin.

Segne mich,
mit Brot und Wein,
wenn ich am Ende bin.

Guter Gott, segne mich, mit deinem Segen;
und lass mich zum Segen für andere werden.

Segenslied: Von guten Mächten (GL 816)